Dämmung Styropor und Putz

Um die Energiekosten zu senken und gleichzeitig einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, bieten sich Wärmdämmverbundsysteme (WDVS) an. Solche Systeme beinhalten verschiedene Ebenen, die Schicht für Schicht an der Fassade angebracht werden. Besonders bewährt haben sich WDVS mit Styropor (also Polystyrol) und Putz, die sowohl bei Altbauten als auch beim Neubau zum Einsatz kommen.

Anbringen des WDVS

Polystyrol ist besonders leicht und kann mit einem niedrigen Wärmeleitwert (WLG) punkten. Je niedriger dieser ist, desto dünner kann die Dämmschicht ausfallen. Dämmplatten aus Polystyrol sind mit verschiedenen WLGs und in unterschiedlichen Größen erhältlich. Die Platten werden mit einem speziellen Klebemörtel an die Fassade geklebt und verdübelt. Es folgen eine Armierungsschicht und der abschließende Oberputz.

Untergrund reinigen und grundieren

Bevor das WDVS an die Fassade gebracht werden kann, muss erst einmal der Untergrund überprüft und gegebenenfalls instand gesetzt werden. Bei einem Neubau sollte dies damit getan sein, dass man die überstehenden Mörtelreste vom Mauern abklopft und die Fassade anschließend vom Staub befreit. Bei einem Altbau sind die Vorbereitungsarbeiten meist etwas umfangreicher.

So müssen zum Beispiel Ausblühungen und Verschmutzungen entfernt werden, am besten mit einem Hochdruckreiniger. Auch Algen, Moose oder Flechten dürfen nicht auf der Fassade bleiben. Kreidet der alte Anstrich oder der alte Putz, so muss dem mit einer Grundierung entgegen gewirkt werden. Auch bei einem stark saugenden Untergrund wird eine Grundierung fällig. Alle losen Teile müssen abgeschlagen und Ausbrüche zugespachtelt werden, so dass eine ebene Fläche entsteht.

Anbringen der Sockelprofile

Nach diesen umfangreichen Vorarbeiten kann mit dem Anbringen des WDVS begonnen werden. Den Anfang machen die Sockelprofile, die es in unterschiedlichen Breiten (je nach Dämmplattenstärke) gibt. Sie haben nicht nur die Aufgabe, als sauberer Abschluss zu dienen, sondern sie fungieren auch als Tropfkante. So kann das Regenwasser ablaufen, ohne dass dabei die Fassade im unteren Bereich geschädigt wird. Es gibt auch spezielle Verbinder für die Außen- und Innenecken, so dass die Profile auch sauber ums Eck verlegt werden können.

Verkleben der Platten mit Klebemörtel

Im nächsten Arbeitsschritt werden die Dämmplatten an die Fassade geklebt. Dazu wird der Klebemörtel ganzflächig mit einem Zahnspachtel aufgetragen und die Platte danach sofort an die Wand gedrückt. Als Alternative zum Zahnspachtel kann auch die Punkt-Wulst-Methode zum Einsatz kommen. Dazu erhält die Platte umlaufend einen Wulst aus Mörtel und in der Mitte einzelne Mörtelpunkte. Auch in diesem Fall muss die Platte schnell weiterverarbeitet werden, ehe der Mörtel anzieht.

Der Profi verklebt die Platten häufig auch mit der Maschine, dies soll hier jedoch nicht näher erläutert werden. Auf jeden Fall müssen die Dämmplatten im Verband verklebt werden, d.h. es besteht zwischen den einzelnen Plattenreihen ein Versatz von mindestens zehn Zentimetern.

Zusätzliche Sicherung durch verdübeln der Dämmplatten

Eine zusätzliche Sicherung zur Verklebung stellen Tellerdübel dar. Diese Dämmstoffdübel gibt es in verschiedenen Längen und verschiedenen Varianten. Je nach Dicke der Dämmschicht, der Verankerungstiefe und Beschaffenheit des Untergrunds wird der geeignete Dübel gewählt. Ist man sich nicht sicher, wie der Baugrund aussieht, kann mit einem Ausziehversuch ermittelt werden, welcher Dübel der beste ist. Dämmstoffdübel unterscheiden sich in der Regel durch ihren großen Kopf (dem Teller) von anderen Dübeln. Zum Einsatz kommen sowohl Schlagdübel als auch Schraubdübel.

Armierungsschicht bzw. -gewebe aufbringen

Nach dem Verdübeln der Dämmplatten kann mit der Armierungsschicht weitergemacht werden. Diese Schicht besteht aus der Armierungsmasse und dem Armierungsgewebe. Zunächst wird die Armierungsmasse mit der Hand oder der Maschine aufgebracht. Dann wird in die noch feuchte Masse das Armierungsgewebe eingebettet. Dabei ist darauf zu achten, dass sich die Stöße um etwa zehn Zentimeter überlappen.

Um die Fassade zusätzlich vor mechanischen Belastungen zu schützen, kann außerdem noch unter dem Armierungsgewebe ein Panzergewebe eingelegt werden. Damit die Fassade an Wandöffnungen vor Kerbrissen bewahrt bleibt, wird dort ein weiteres Armierungsgewebe angebracht, das diagonal von den Ecken wegläuft.

Trocknungzeit und Weiterverarbeitung

Den Abschluss eines WDVS bildet der Oberputz, der aufgetragen werden kann, sobald die Armierungsschicht getrocknet ist. Dies dauert etwa einen Tag pro Millimeter Armierungsschicht. Bei einer Schichtdicke von drei Millimetern ist also drei Tage zu warten, ehe mit dem Putzauftrag begonnen werden kann.

Ob Mineralputz oder Kunstharzputz, Silikatputz oder Siliconharzputz – es steht eine ganze Palette an Putzarten zur Auswahl. Und auch bei der Oberflächengestaltung müssen keine Abstriche gemacht werden – sowohl Scheibenputz als auch Reibeputz, Kratzputz oder Filzputz sind möglich.